Führt schlechte Führung zu Burnout?

Wer dreht am Rad?
Wer dreht am Rad?

 

„Schlechte Führung führt zu Burnout“

 

"Die Zusammenhänge von Stress, Burnout und schlechter Mitarbeiterführung sind nicht erst seit der neuesten TK-Studie bekannt. Maßnahmen wie Burnout-Prävention, Stressmanagement, Betriebliches Gesundheitsmanagement usw. greifen aber nur und sind auch wirtschaftlich effektiv, wenn dies vor allem von der Geschäftsführung und den Führungskräften gelebt und gewollt ist...

 

...Dabei werden gelebte menschliche Werte wie Wertschätzung, Würde und gesundes Wachstum immer wichtiger. In Zukunft sind sie klar „psychologischer Innovationsvorsprung“. Insofern ist eine Psychologisierung von Führungskräften enorm wichtig. Nur wer versteht, was in einem selbst und in einem Gegenüber vorgeht, kann wirklich gesund und nachhaltig führen. Nur wer mit sich selbst gut umgeht und ein gutes Stressmanagement hat, kann auch gesund bleiben und gesund mit seinen Mitarbeitern umgehen (Führen durch Vorbild). Und damit auch wirtschaftlich. Denn gestresste Führungskräfte geben ihren Stress an ihre Mitarbeiter weiter. Womit wir bei einem Schlagwort der 1990er angelangt wären: Emotionale Intelligenz."
                                                                 (André Kellner in „managerSeminare 1/2014)

 

 

Der aktuellen Debatte und Entwicklung zur "Psychologisierung von Führungskräften" folgend, druckte die Zeitschrift "managerSeminare" in Ihrer Januarausgabe 2014, einen redaktionellen Beitrag mit dem Titel: "Mein Chef. Mein Coach. Mein Therapeut?".

 

Die darin enthaltenen Kommentare von Unternehmens- und Organisationsberatern, Coaches und Psychologen zeigen, wie unterschiedlich die Haltungen zu diesem Thema sind. Sie reichen von „Psychologisierung ist Verhätschelung der Mitarbeiter und verhindert Resilienz“ über “Pseudotherapeutische Selbstbespiegelung bringt nichts“  zu „Alles an Führung ist Psychologie“. Der Grund für diese Polarisierung in Bezug auf  „Psychologisierung von Führung“, liegt möglicherweise außer in differierenden Ansichten, auch in grundsätzlich verschiedenen Definitionen des Themas.

 

Hier gehts zum gesamten Artikel:

http://www.managerseminare.de/ms_Artikel/Psychologisierung-von-Fuehrung-Mein-Chef-Mein-Coach-Mein-Therapeut,231682

 

Doch was genau ist mit dem Begriff „Psychologisierung von Führung“ gemeint und welche Vorteile könnten Unternehmen daraus ziehen?

 

Wenn es um Führung von Menschen geht, dann gehört dazu zwangsläufig auch das Wissen um intrapsychische Vorgänge. Das unterscheidet eine Führungskraft von einem Vorgesetzten.

 

Eine Führungskraft hat Kräfte, die sie befähigt Menschen zu führen. Ein Vorgesetzter ist einem vorgesetzt. Um Menschen gesund und effektiv zu führen, braucht man Menschenkenntnis, Erfahrung und ein gutes Maß an Selbstreflexion. Das ist, in meinen Augen und nach meinem Verständnis, Psychologisiertes Führen. Keinesfalls bedeutet es Verhätschelung von Mitarbeitern, noch Therapie.
Im Gegenteil: Es bedeutet ein hohes Maß an Zielorientierung, Durchsetzungsvermögen und Willenskraft, gepaart mit sozialer, emotionaler und zwischenmenschlicher Kompetenz.

 

Psychologisierung bedeutet zugleich auch Emotionalisierung. Das ist nicht gleichzusetzen mit „emotionalem Weichspülen“. Denn Gefühle machen natürlich auch vor Führungskräften nicht halt. Die besten Führungskräfte haben gut entwickelte „Fühlungskräfte“! Eine exzellente Führungskraft kann die Stärken ihrer Mitarbeiter nur dann maximal nutz- und gewinnbringend für das Unternehmen einsetzen, wenn Sie sich selbst, ihre Gefühle und auch die Gefühle ihrer Mitarbeiter verstehen kann.

 

Insofern sollten bei exzellenten Führungskräfte Coachings vor allem auch die Gefühle im Fokus stehen. Führungskräfte, die sich selbst und damit diese inneren Mechanismen besser verstehen, haben klar einen "Psychologischen Innovationsvorsprung". Und damit auch die von Ihnen geleiteten Teams, Abteilungen und Unternehmen. Und zwar nicht auf Basis einer funktionalen und damit manipulativen Haltung, sondern auf Basis von Mitgefühl, echter Empathie und Einfühlungsvermögen. Den Prinzipien von Menschenwürde, Achtung, Achtsamkeit und echter Wertschätzung folgend. Emotionale Intelligenz ist insofern nicht nur ein Schlagwort, sondern ein wichtiger Persönlichkeitsaspekt eines erfolgreichen Unternehmers und einer exzellenten Führungskraft: "Vorsprung durch Fühlung".

 

Falls Sie sich an dieser Stelle wissenschaftliche Beweise zur Wirkung von Empathie und Mitgefühl auf die Effektivität von Teams wünschen, um Implikationen für Führung abzuleiten, empfehle ich Ihnen die Forschungsarbeiten von Prof. Tania Singer. Zudem können Sie sich das kostenlose ebook von Prof. Singer „Mitgefühl, In Alltag und Forschung“ herunterladen.

 

Führung, natürlich auch Psychologisierte Führung, bedeutet Ziele zu erreichen. Doch dies geschieht – in der Regel – durch und mit den Mitarbeitern. Insofern ist es sinnvoll und auch notwendig, Kompetenzen und Stärken der Mitarbeiter zu fördern, Probleme (auch zwischenmenschliche) zu erkennen und hier Unterstützung anzubieten. Vor allem bedeutet es aber Vertrauen in die Fähigkeiten der Mitarbeiter zum Selbstmanagement zu haben und ihnen Freiräume zur Entwicklung und Entfaltung zu geben. Auch das setzt ein gesundes Maß an Psychologisierung voraus. Es bedeutet die interindividuellen Unterschiede zu erkennen, zu verstehen und entsprechend zu handeln oder auch auf das Team, die Mitarbeiter und deren Kompetenzen und Improvisationstalente zu vertrauen. Eingreifen, dort wo es nötig ist, Geschehen lassen, dort wo Menschen und Teams aufgrund der ihnen inne wohnenden Fähigkeit zur Selbstregulation, Probleme und Aufgaben lösen.  Balance, Vertrauen und Unterscheidungsvermögen sind hierbei gefragt. Und dafür benötigt man, ohne Frage, Menschenkenntnis. Das bedeutet Psychologisierung.

 

Warum das Ganze überhaupt? Neben humanistischen Aspekten gilt es zu bedenken, dass der "Rohstoff qualifizierter Mitarbeiter" nicht so schnell nachwächst, wie wir ihn "verbrennen". Nicht umsonst sind wir inzwischen „Burned-out“.

 

Damit Unternehmen langfristig und gesund wachsen können, ist es also notwendig das "Kapital Mensch und Mitarbeiter" zu pflegen und zu erhalten. Das Ziel sollte sein, dass weniger Mitarbeiter abwandern und somit Know-how im Unternehmen bleibt. Know-how bedeutet nicht nur Fachwissen, sondern auch Wissen um zwischenmenschliche Teamprozesse und Organisationsstrukturen. Dieser Bereich ist allerdings nur schwer messbar und wird daher häufig vernachlässigt. Doch wenn Fluktuation und krankheitsbedingter Wertschöpfungsverlust reduziert werden sollen, gilt es auch dies zu berücksichtigen.

 

Das alles ist reichlich erforscht und wissenschaftlich belegt. Trotzdem hat unsere Gesellschaft diese Erkenntnisse noch nicht ausreichend verinnerlicht: Weder die Allgemeinbevölkerung, noch die Führungskräfte und Unternehmensberater.

Also  mangelt es, wie so oft, an der Umsetzung. Denn das bedeutet alte Gewohnheiten, Strukturen und Verhaltensmuster zu verändern. Und da wo viele Menschen zusammen arbeiten ist dies um so schwieriger.

 

Insofern ist eine „Psychologisierung von Führung“ ein Schritt in die richtige Richtung.

 

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"Wirtschaftsfaktor Gesundheit: Wie Ihr Unternehmen durch Corporate Health gesünder und leistungsfähiger wird."

Mit einem Beitrag von mir: "Das 7+7 gesunder Führung - Psychologisierung von Führungskräften als BGM Maßnahme." Zudem weitere Artikel namhafter Autoren, u.a. des Dalai Lama! Das Buch "Wirtschaftsfaktor Gesundheit" ist ein wertvoller Leitfaden für alle, die Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) und Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) in der Praxis verantwortlich umsetzen wollen.

 

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Herzlichst Ihr Burnout & Mental Coach in München
Dipl.-Psych. André Kellner.

 

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